ParLu
WWF Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety
 

Warum ParLU?

Über das Projekt

Paraguay befindet sich im Herzen Südamerikas. Es ist aufgeteilt in zwei große natürliche Regionen: die West- und die Ost-Region. In diesen Regionen befinden sich zwei ökologische Schätze; der erste setzt sich zusammen aus dem Feuchtbiotop Pantanal und der Region Chaco, während der zweite Teile des Atlantisches Regenwaldes der Alto Paraná (BAAPA) umfasst.

Um die Herausforderung der rapide anwachsenden Bevölkerung zu bewältigen,  muss Paraguay sowohl Arbeits- als auch wirtschaftliche Möglichkeiten für seine Bewohner schaffen. In der Vergangenheit gab es ausreichend natürliche Ressourcen, einschließlich ausgedehnter Wälder, reichlicher Wasserressourcen und ausreichend Grünland für Viehzucht. Paraguay hatte eine wohlhabende diverse Landwirtschaft, die jedoch in kürzester Zeit  durch den Anbau von Monokulturen reduziert wurde. Durch die Zunahme von Viehzucht und Landwirtschaft sind 90 % des atlantischen Waldes verloren gegangen.    

 

Eine ähnliche Entwicklung hat auch im Pantanal stattgefunden, was zu unerträglichen sozialen und ökologischen Bedingungen für die Bauern in beiden Regionen geführt hat. Durch die intensive Nutzung und den Missbrauch natürlicher Ressourcen ohne einen ordnungsgemäßen Landnutzungsplan und das Fehlen von entsprechender Umweltgesetzgebung hat sich die Situation in den Gebieten noch verschlechtert. 

Der Atlantische Regenwald und das Pantanal sind zwei der wichtigsten natürlichen Lebensräume in Südamerika. In den letzten 10 Jahren hat sich die Landwirtschaft in Paraguay immens ausgebreitet, so dass wertvolle Waldgebiete verloren gegangen sind.

Der Atlantische Regenwald ist einer der am stärksten bedrohten Regenwälder der Welt. Nur 7,4 % seiner ursprünglichen Fläche sind noch vorhanden. Die Umweltänderungen und die Bodenart führen zum Aufkommen anderer Pflanzenarten wie Bambus oder Palmen.

Der größte Anteil der verbleibenden Wälder wurde im Zuge der Holzproduktion ausgebeutet, während sich andere Teile als Sekundärwald von der Entwaldung erholen. Daher gibt es Primär- und Sekundärwälder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.

Trotz massiver Entwaldung, zunehmendem Lebensraumverlust und ansteigender Flussdegradation bleibt der BAAPA eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde. Es beherbergt fast  7 % der weltweit existierenden Pflanzen- und Tierarten, von denen viele bedroht und nur an diesem Ort zu finden sind.  

Der BAAPA liefert hochwertiges Trinkwasser für tausende industrialisierte Städte sowie für unterschiedliche Wirtschaftssektoren, einschließlich Landwirtschaft, Fischerei, Industrie, Tourismus und Energiegewinnung.

Das Pantanal ist eines der größten und am besten erhaltenen Feuchtgebiete der Welt. Die Waldentwicklung im Pantanal ist von dem jährlich wiederkehrenden und natürlichen Überschwemmungszyklus abhängig.

 

Die paraguayische Regierung hat bereits ein Null-Entwaldungsgesetz für den Osten des Landes verabschiedet. Das Gesetz legt ein Moratorium für die Entwaldung fest, das allerdings nur bis Ende 2018 gilt. Die Durchsetzung des Gesetzes war nur teilweise erfolgreich. Öffentliche Quellen lassen verlauten, dass die Entwaldung um etwa 80 % reduziert wurde. Jedoch ist es von großer Wichtigkeit zu beweisen, dass die Waldwirtschaftsmodelle von REDD+ nachhaltig sind und den Vorbereitungsprozess für REDD+ ergänzen. Darüber hinaus ist es wichtig, über die Forst- und Klimapolitik nach Ablauf des Moratoriums zu informieren, bevor das aktuelle Moratorium abläuft. 

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